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Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Witold Kaczmarek
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Gesundheitsnews



Der Therapie treu bleiben: Tipps zur Medikamenteneinnahme
Arzneimittel wirken nur optimal, wenn sie exakt wie vorgeschrieben eingenommen werden.

Berlin (ots) - Morgens das Medikament aus der roten Schachtel, abends das aus der grünen... oder wie war das nochmal? Und was genau heißt überhaupt "nach dem Essen"? Apotheker Thomas Brückner vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) klärt auf und gibt Tipps, wie Sie Ihrer verordneten Therapie treu bleiben. Denn nur wer seine Arzneimittel regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt einnimmt, kann sein Leiden erfolgreich therapieren.

Vor, während oder nach dem Essen?

"Halten Sie sich unbedingt an die in der Packungsbeilage angegebenen oder vom Arzt bestimmten Abstände zur Einnahme" betont BPI-Experte Brückner. "'Vor dem Essen' bedeutet, dass Sie das Arzneimittel eine halbe Stunde vorher einnehmen sollten. 'Zum Essen' heißt während der Mahlzeit, also ruhig zwischen zwei Bissen. Bitte beachten Sie dabei unbedingt die Vorsichtshinweise zu bestimmten Speisen und Getränken, die Sie zum betreffenden Arzneimittel nicht zu sich nehmen dürfen, da dieses anderenfalls nicht richtig wirkt. Sie können diese Hinweise der Packungsbeilage entnehmen oder gleich den Apotheker vor Ort fragen. 'Unmittelbar nach dem Essen' bedeutet, dass Sie danach nicht länger als eine halbe Stunde bis zur Einnahme warten sollten. Bei 'nach dem Essen' sollten Sie zwei Stunden warten."

Drei kurze Tipps und Tricks zum Erinnern an die Einnahme

1. Schreiben Sie sich die Dosis und den Zeitpunkt der Einnahme auf das Textfeld der Verpackung oder bitten Sie den Apotheker bei der Abholung darum. Sie können sich diese Informationen auch in Ihren Kalender eintragen oder eine der zahlreichen Apps benutzen, die an die Einnahme mit einem Alarm erinnern.

2. Platzieren Sie die Medikamente an einem festen Ort in Ihrem Zuhause. Zum Beispiel auf dem Nachttisch, wenn Sie das Medikament abends einnehmen sollen oder auf dem Frühstückstisch, wenn es morgens bei oder nach dem Essen einzunehmen ist. Das erinnert Sie automatisch an die Einnahme.

3. Für Patienten, die sehr häufig Arzneimittel einnehmen müssen, kann eine Pillendose mit Erinnerungsfunktion sinnvoll sein. Mehrere Alarme und visuelle Elemente erinnern Sie daran, dass es an der Zeit für die Einnahme ist.

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

Feinstäube und Stickstoffdioxid gefährden die Kindergesundheit
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V.

Der Vorstand der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V. (GPA) distanziert sich von der Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung durch umweltbedingte Luftverschmutzung, insbesondere Feinstaub und Stickstoffverbindungen (NOx), die durch Prof. Köhler und 112 Lungenfachärzte veröffentlicht wurde.

Der Vorstand der GPA e.V. unterstützt die Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der European Respiratory Society (ERS), des internationalen Forums der pneumologischen Fachgesellschaften (FIRS) und der World Health Organisation (WHO), die die Belastung mit Luftschadstoffen als eine der wesentlichen Gesundheitsgefährdungen für Menschen insbesondere Kinder- und Jugendliche einschätzen.

In der laufenden Debatte beziehen wir als Kinder- und Jugendärzte, Kinderpneumologen, Allergologen und Umweltmediziner klar und wissenschaftlich fundiert Position: Kinder sind die zukünftigen Erwachsenen von morgen, Schädigungen ihrer in Wachstum und Reifung befindlichen Organe können teilweise zeitlebens nicht mehr wettgemacht werden. Diese Aussagen gelten in Kenntnis vieler aktueller Untersuchungen, die meisten davon sind in der WHO-Publikation „Luftverschmutzung und Kindergesundheit“ vom Oktober 2018 erfasst. Studien mit Kindern belegen z. B., dass schon NO2– Konzentration größer 20 µg/m³ in der Außenluft zu vermehrten Hospitalisierungen wegen schweren unteren Atemwegsinfektionen führen, die Folgeerkrankungen der Lunge und Atemwege verursachen. Zudem erhöht die Exposition mit Luftschadstoffen das Risiko von Kindern, Asthma zu entwickeln. Eine kürzlich in Südengland veröffentlichte Studie erfasste die Belastung mit Luftschadstoffen wie Feinstäuben und NO2 bei Babys, die in ihren Kinderwägen an viel befahrenen Straßen entlang geschoben werden mit dem Resultat, dass diese bis zu 60 % mehr Schadstoffe inhalierten als begleitende Erwachsene. Dies kann sich auch auf die neurologische Entwicklung negativ auswirken, wie die WHO-Publikation anhand weiterer Studien nachweist.

Deshalb und aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes beharren wir auf der Forderung nach strikter Einhaltung der rechtlich verbindlichen EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid sowie weiteren Untersuchungen, ob und wie diese in den kommenden Jahren weiter abgesenkt werden müssen.

In Synopsis der eindeutigen wissenschaftlichen Datenlage, die zeigt, dass Luftschadstoffe die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gefährden, lehnen wir die undifferenzierte Stellungnahme der Kollegen ab. Denn die Fachgesellschaften haben auch die methodische Kritik an der Festlegung von Grenzwerten widerlegt und halten die Behauptung, dass Luftschadstoffe keine gesundheitliche Auswirkung haben, in keiner Weise für begründet. Die öffentliche Verleugnung einer erdrückenden Datenlage verletzt nach Auffassung des Vorstandes der GPA e.V. die Grundlagen wissenschaftlichen Diskurses und ärztlichen Handelns.

Am 30. 1.2019 verfasst von Dr. med. Thomas Lob-Corzilius und PD Dr. med. Tobias Ankermann und konsentiert mit dem Vorstand der GPA e.V.
Literatur bei den Verfassern

Du bist, was du isst: Nanopartikel beeinflussen Darm-Mikrobiom
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Darmbakterien mit angelagerten Nanopartikeln

Krankheiten beginnen im Darm – dass wusste schon Hippokrates. Doch wie beeinflussen Nanopartikel in unseren Lebensmitteln die Magen- und Darmflora? Professorin Dr. Shirley Knauer vom Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) der Universität Duisburg-Essen (UDE) stellte mit ihrem Team den Gang der Nanoteilchen im Darm nach.

Alle Mikroorganismen im menschlichen Körper, darunter auch die als Darmflora bekannten Darmbakterien, wirken sich auf unser Wohlergehen aus. Sie beeinflussen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Fettleibigkeit und Allergien. Umweltfaktoren, wie die Einnahme von Medikamenten und vor allem die Ernährung, also beispielsweise auch mit technischen Nanopartikeln versetzte Lebensmittel, haben einen starken Einfluss auf die Vielfalt im Verdauungstrakt – und damit auf unsere Gesundheit. Hersteller sind verpflichtet enthaltene Nanopartikel zu kennzeichnen.

Vom Kaugummi bis zur Instantsuppe: Lebensmittel enthalten synthetische Nanopartikel als Zusatzstoffe, um Produkteigenschaften wie eine weiße Strahlkraft oder die Rieselfähigkeit zu verbessern, auch gegen Verklumpung helfen Nanopartikel. Sie haben aufgrund ihrer minimalen Größe einzigartige Eigenschaften und Fähigkeiten, beispielsweise bei der Anlagerung an Kleinststrukturen.

Doch was passiert mit den winzigen Teilchen in unserem Inneren? Wie wirken sie sich aus? Knauers Team stellte ihren Gang durch die unterschiedlichen Bedingungen des Verdauungstrakts im Labor nach. So herrscht im Magen ein sehr saurer pH-Wert während es im restlichen Trakt eher neutral zugeht. Die Forscher konnten zeigen, dass sich eine Vielzahl von Nanomaterialien an Bakterien binden kann.

„Dies hat verschiedene Auswirkungen: So scheint die körpereigene Immunpolizei bedeckte Bakterien weniger gut zu erkennen, was vermehrt zu Entzündungen führen kann“, erläutert Prof. Knauer. Doch es gibt auch positive Effekte. Silica-Nanoteilchen schwächten die Infektiosität des Keims Helicobacter pylori. Er gilt als Hauptursache für die Entstehung von Magenkrebs.

Und was ist mit Lebensmitteln ohne künstliche Zusätze? „Besonders spannend wurde es, als wir Nanopartikeln aus Bier isoliert haben. Das heißt, Nanoteilchen werden nicht nur gezielt unserer Nahrung zugesetzt, sondern entstehen auch völlig natürlich bei deren Zubereitung – sie sind also bereits omnipräsent.", erklärt Juniorprofessor Dr. Jens Voskuhl vom Institut für Organische Chemie.

Die Wissenschaftler arbeiten daran, in Zeiten von "Designer-food" und Verbraucherschutz die potenziell negativen oder positiven Auswirkungen von mit der Nahrung aufgenommenen Nanoteilchen bestmöglich zu verstehen. „Aus unseren Ergebnissen lassen sich nun Strategien ableiten, um technische Nanopartikel als Inhaltsstoffe für Lebensmittel weiter zu entwickeln. Nicht nur für die Anwendung sondern auch Grundlagenforschung, einschließlich Nahrungsmittelallergien, liegt ein riesiges Potenzial“, betonen Professorin Knauer und ihr Team.

Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Publishing Journal-Science of Food“ nachzulesen.

14.02.2019 DGA | Quelle: Universität Duisburg-Essen (idw)